Glaube und Aberglaube in Thailand: 9 faszinierende Regeln

Geisterhäuser in Thailand

Warst du schon einmal in Thailand und hast dich über die Miniaturhäuschen gewundert, die neben vielen Wohnhäusern, Geschäften und auf öffentlichen Plätzen stehen? Hast du dich gefragt, warum mittwochs in Thailand die meisten Frisörläden geschlossen bleiben? Wir geben dir hier Antworten auf deine Fragen und stellen dir 9 faszinierende Beispiele vor, wie Glaube und Aberglaube in Thailand den Lebensalltag der Menschen beeinflussen.

Buddhastatue im Sonnenuntergang, der Buddhismus ist auch von dem thailändischen Aberglauben beeinflusst

Thailändischer Volksglaube

In Thailand gehören über 94% der Bevölkerung dem Theravada-Buddhismus an. Muslimische Gläubige machen etwa 4 % der Gesamtbevölkerung aus, sie leben vor allem im Süden des Landes, in der Nähe der malaysischen Grenze. Nur etwa 1 Prozent der Bevölkerung sind Christen; viele von ihnen gehören den ethnischen Bergvölkern im Norden Thailands an, die durch den Einfluss christlicher Missionare zu Christentum gefunden haben.

Als der Buddhismus sich von Indien aus über den gesamten asiatischen Kontinent ausbreitete, kam er mit einer Reihe anderer Religionen in Kontakt, von denen er stark beeinflusst wurde. Zum Beispiel dem Brahmanismus, einer frühen und stark ritualisierten Form des Hinduismus und dem Animismus, also der Glaube daran, dass alle Dinge seine Seele besitzen. Durch diese Interaktionen und Vermischungen bildete sich die volksnahe Form des Buddhismus in Thailand heraus, die sich durch Rituale, den Glaube an Geister, Verdienste und Karma auszeichnet.

Aberglaube in Thailand: Geister und Dämonen

Wahrscheinlich hast du schon gehört, dass der Geisterglaube in Thailand sehr weit verbreitet ist. Diesem Glauben nach gibt es sehr viele verschiedene Geister, z. B. Naturgeister, die in Bäumen, Flüssen oder Wäldern leben, Hausgeister und Geister der Vorfahren. Viele von diesen übernatürlichen Kräften sind gut und wohlwollend bzw. man kann sie durch bestimmte Geschenke friedlich stimmen und um Schutz, Reichtum, Hilfe oder das Bestehen einer Prüfung bitten. Andere Geister in Thailand hingegen sind gefährlich und böse.

Unheimlicher nebliger Wald, in dem ein Geist zu sehen ist, links unten ist die Silhouette von einem Thailänder zu sehen

Böse Geister

Wenn du thailändische Freunde oder Bekannte hast, weißt du bestimmt, dass viele Thailänder Geister fürchten – man sollte sich daher mit diesem Thema keine Scherze erlauben. Vielleicht hast du auch schon erlebt, dass viele Thais eine Geistergeschichte auf Lager haben, wie sie schon einmal mit diesen übernatürlichen Kräften in Berührung gekommen sind, z. B. einen Geist oder seinen fauligen Geruch gerochen haben.

Sehr bekannte böse Geister, über die es zahlreiche in Thailand produzierte Filme gibt, sind z.B. pĭ grà-sŭe (ผีกระสือ) ein Geist, der nur aus einem Kopf und Eingeweiden besteht und der Tiere, Schwangere oder Neugeborene frisst und sich dann den Mund mit den Kleidern abwischt, die draußen zum Trocknen aufgehängt sind (daher sollte man nachts keine Wäsche aufhängen!).

Weitere berüchtigte böse Geister sind pĭ bpòp (ผีปอบ), der die Körper seiner Opfer in Besitz nimmt und nach rohem Fleisch jagt, bevor er schließlich ihre Eingeweide von innen auffrisst, oder auch pĭ am (ผีอำ), ein Geist, der sich nachts auf die Brust von schlafenden Menschen setzt, sodass sie sich nicht bewegen können, Unwohlsein und Enge empfinden und schließlich sogar ersticken können.

Um Geister loszuwerden, braucht man einen mŏr pĭ (หมอผี), also einen Geisterdoktor, oft ein Mönch, der sich mit der Vertreibung der bösen Geister auskennt. Viele Thailänder tragen auch Amulette, die Glück und Schutz bringen und böse Geister fernhalten sollen.

Thailändisches Geisterhaus sind überall in Thailand zu finden und ein Zeichen vom Aberglauben in Thailand

Hausgeister

Zu den vielen Geistern, die nicht bösartig sind, und die man milde und wohlwollend stimmen kann, gehört auch der Geist, der in jedem Haus wohnt – der Hausgeist. Überall in Thailand sieht man kleine Geisterhäuser oder Schreine auf einem Podest, die „săan prá-puum“ (ศาลพระภูมิ), die man dem Hausgeist gibt, im Gegenzug dafür, dass man sich auf dem Territorium niederlässt, das er schon lange zuvor bewohnt hat. Um ihn zu beschwichtigen, bietet man ihm also ein eigenes Ersatz-Haus an.

Einheimische bringen morgens verschiedene Gaben zu dem Geisterhäuschen, z. B. Kerzen, Blume, Räucherstäbchen, etwas zu essen, wie Reis, Obst, eine Süßigkeit und ein Getränk. Manchmal wird auch etwas Whisky und eine brennende Zigarette dazugelegt. Alle diese Geschenke dienen dazu, den Hausgeist um Entschuldigung und Schutz zu bitten.

Möglicherweise ist dir auch schon aufgefallen, dass es sehr unterschiedliche Arten von Geisterhäusern in Thailand gibt, in allen Größe und Variationen – das kommt auch darauf an, wie wohlhabend jeweils der Eigentümer ist. Man findet z.B. schlichtere Häuschen bei der eher ärmeren Bevölkerung und riesige und prächtige Schreinen neben teuren Hotel oder Banken.

Thailändische Geisterhäuschen mit roter Fanta und Raucherstäbchen als Opfergaben für den Hausgeist

9 faszinierende Aberglaubensregeln in Thailand

Wusstest du schon? Es eine ganze Reihe von Vorschriften und Verbote im Alltag, die auf Aberglaube in Thailand beruhen; manche davon haben mit der Geisterwelt zu tun, andere aber nicht.

Der Begriff Aberglaube ist hier nicht negativ im Sinne von Unwissenheit oder Unvernunft gemeint. So gibt es auch in Deutschland weit verbreiteten Aberglauben, z. B. dass Freitag der 13. ein Unglückstag ist oder dass ein vierblättriges Kleeblatt oder ein Schornsteinfeger Glück bringen.

Natürlich glauben nicht alle Thais gleichermaßen an diese Vorschriften und Gebote, aber ich habe viele dieser Ermahnungen schon von thailändischen Freunden zu hören bekommen.

  1. Man sollte sich am Mittwoch nicht die Haare schneiden lassen, weil das Unglück bringt. Deshalb sind in Thailand die meisten Frisörläden mittwochs geschlossen.
  2. Wie du bestimmt weißt, spielen viele Thais Lotto. Dabei ist es ein verbreiteter Aberglaube in Thailand, dass man im eigenen Umfeld Hinweise auf die richtigen Lottozahlen finden kann, wenn man von einer bestimmten Zahl träumt oder wenn man im Alltag zufällig auf eine Zahl stößt, z. B. ein besonderes Nummernschild. Viele Thais sind also immer auf der Suche nach Anzeichen für die richtigen Lottozahlen.
  3. Bei bestimmten fröhlichen Festlichkeiten, z. B. Hochzeiten oder Geburtstagen darf man keine schwarze Kleidung tragen, da diese die Farbe der Trauer ist und Unglück für die Feiernden bringt.
  4. Schwangere Frauen sollten sich eine Sicherheitsnadel an ihre Kleidung über dem Bauch stecken, wenn sie auf eine Beerdigung oder Bestattung gehen, um das ungeborene Kind vor dem Einfluss böser Geister zu schützen.
  5. Wenn ein Schmetterling oder ein Glühwürmchen vorbeifliegen, kündigt das Besucher an.
  6. Wenn man gemeinsam mit der Familie isst, sollte man nicht gleichzeitig aufhören zu essen, da dies Unglück für die Familie bringen kann und möglicherweise alle zur gleichen Zeit sterben müssen.
  7. Man sollte nicht mit dem Kopf in Richtung Westen in seinem Bett liegen, weil man dann wahrscheinlich schlecht schläft und von Albträumen geplagt wird.
  8. Man sollte Kinder nicht zu sehr dafür loben, wie hübsch und niedlich sie sind, da dies die Geister sonst hören und neidisch werden, und den Kindern dann möglicherweise das Leben schwer machen.
  9. Wenn man einen Gecko rufen hört, wenn man das Haus verlassen will, sollte man alle sein Vorhaben verschieben, weil einem sonst Unglück widerfahren kann.
Gecko an einer weißen Hauswand, der in thailändischem Aberglauben bedeutet, dass beim Verlassen des Hauses Unglück widerfahren kann

Thai Lernen mit Ling!

Jetzt hast du ein paar Aspekte von Glauben und Aberglaube in Thailand kennengelernt. Vielleicht bist du selber schon einigen Vorschriften und Gebote auf deiner Thailand Reise begegnet oder du hast das Phi Ta Khon, das Geisterfestival im Nordosten des Landes miterlebt, das als eines der vielen bunten Festlichkeiten in Thailand gefeiert wird.

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